Noch nie war das Fußballtrikot der polnischen Nationalmannschaft so hoch im Kurs wie in den letzten Jahren. Nach dem die "Kadra" 2002 es nach 16 Jahren geschafft hat sich für ein großes Turnier zu qualifizieren und seitdem auch regelmäßig bei internationalem Veranstaltungen mitmischt, wollen auch die Fans ein Stück "Kadra" tragen.
Der jetzige Ausrüster der Nationalmannschaft konnte in den letzten Jahren einen großen zu zugleich attraktiven Markt mit Polen erschließen. Die Nachfrage ist groß und der deutsche Sportartikelhersteller Puma scheint mit der polnischen Elf einen profitbringenden Partner gefunden zu haben.
Die Zusammenarbeit zwischen Puma und dem PZPN verlief nicht immer partnerschaftlich. Auskunft darüber gibt eine interessante Textpassage aus dem Buch „Pilkarski Pasjans“ vom bekannten Sportredakteur Jacek Kmiecik. Die Passage stammt aus dem Kapitel über den ehemaligen Nationaltrainer Janusz Wojcik. Darin wird beschrieben wie es zu der Zusammenarbeit der heutigen Partner kam. Um den nachfolgenden einzuleiten zuerst die Vorgeschichte. Bevor Wojcik die Nationalmannschaft im Jahr 1997 übernahm, wurde die Truppe von Puma ausgerüstet. Da Wojcik durch seine recht eigenwilligen Ideen überraschte, zog er den amerikanischen Sportartikelhersteller Nike ins Boot – ohne allerdings die Verträge zwischen dem Verband und Puma zu berücksichtigen. In der WM-Qualifikation 1998 sowie EM-Qualifikation 2000 lief die „Kadra“ im Dress von Nike auf. Durch den Vertragsbruch entstand ein Rechtstreit, der sich über einige Jahre hinzog.
Ausschnitt „Pilkarski Pasjans“:
- „Der amerikanische Ausrüster Nike überwarf förmlich den PZPN mit Sportartikeln. Nicht immer der höchsten Güteklasse, mit der Annahme, dass der Pro-Amerikanische Pole sowieso alles anzieht was „Made in USA“ ist. Im EM-Qualifikationsspiel 2000 gegen Luxemburg in Warschau spielte die Nationalmannschaft das erste und das letzte Spiel in schwarzen Trikots. Der Aufschrei in den Medien war zu der Zeit groß und entfachte eine nationale Diskussion darüber. Allerdings führte dies dazu, dass Nike sich daraus eine ausgezeichnete Werbekampagne in Polen machte. Warum es nun auch letztendlich ging. Die Menge der Ausrüstung von Nike in den Magazinen des Verbands war so groß, dass Mannschaftsmanager Wieslaw Ignasiewicz einige Trikots an seine Bekannten verschenkte. Dies führte fast zu einem Rauswurf. Die Zusammenarbeit zwischen dem PZPN und Nike blühte und gedeihte. Doch der Verband musste sie zwangsläufig beenden und mit eingezogenen Schwanz zu Puma zurückkehren. Die Deutschen gewannen im Prozess den Rechtstreit in Nürnberg. Da zu der Zeit der Verband sich in anderen Schwierigkeiten befand – der Kampf um den Vorsitz zwischen Marian Dziurowicz und Michal Listkiewicz – verzichteten die Verantwortlichen auf die Entschädigungszahlungen in Höhe von einer halben Million D-Mark und setzten die Zusammenarbeit mit Puma fort. Nike zog sich leise aus dieser Angelegenheit zurück um nicht durch die unlauten Methoden auch in einen Rechtstreit gezogen zu werden.
Dank der Rechtsprechung rüstete nicht Nike sondern Puma die „Kadra“ bei der ersten Turnierteilnahme 2002 nach 16 Jahren aus und positionierte sich stark auf dem polnischen Markt.“
Nun steht wieder eine Neuvergabe der Ausrüstungsrechte der „Kadra“ bevor. Ins Rennen gehen die drei größten Ausrüster adidas, Nike und Puma. Nun befindet sich der PZPN ein einer komfortablem Situation, denn die Tatsache, dass Polen die EM 2012 austrägt und der Markt attraktiv für die Sportartikelhersteller erscheint lässt die Vertragssumme mächtig in die Höhe treiben. Ob und wie sich die Zusammenarbeit mit Puma weiterentwickeln wird, werden die Interessierten sicherlich nach den Verbandswahlen erfahren.






